Höxter (TKu). Die Anteilnahme war groß: am vergangenen Samstag wurde der verstorbene Prof. Dr. Klaus Töpfer (85) nach einer Trauerfeier in der Nikolaikirche in Höxter auf dem Friedhof in Höxter beigesetzt. Hunderte Verwandte, Freunde, Weggefährten, Politikerinnen und Politiker sowie Höxteranerinnen und Höxteranern erwiesen dem Verstorbenen die letzte Ehre und nahmen nach der Trauerfeier an einem Trauermarsch von der Marktstraße bis zum Friedhof teil, darunter auch Politprominenz. Prof. Dr. Klaus Töpfer, geboren am 29. Juli 1938 in Waldenburg in Niederschlesien, war als Flüchtling nach Höxter gekommen. Nach seinem Abitur am König-Wilhelm-Gymnasium hat Töpfer beruflich einen beeindruckenden Werdegang hingelegt. 1987 wurde er in der Ära von Helmut Kohl als CDU-Politiker zum Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ernannt. Während seiner Amtszeit führte er bedeutende umweltpolitische Maßnahmen ein. Von 1998 bis 2006 war Töpfer Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Nairobi und setzte sich weltweit für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein. Über sämtliche Parteigrenzen hinweg ist er ein äußerst beliebter Politiker, großer Sympathieträger und nahbarer Mensch gewesen, bescheiden noch dazu, wie er immer beschrieben wurde. In der Trauermesse in der Nikolaikirche, wo Klaus Töpfer vor fast 60 Jahren seine Ehefrau Mechthild geheiratet hatte, nahmen nun seine Frau und die Familie, sowie viele weitere Menschen Abschied von Höxters Ehrenbürger. Der Sarg war in der Kirche ganz vorne aufgebahrt während der Messe, die von Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek und dem koptisch-orthodoxen Bischof Anba Damian gestaltet wurden sowie von dem alten Schulfreund Töpfers, Pfarrer Willi Kovermann aus Dortmund.

Beide besuchten eins das König-Wilhelm-Gymnasium Höxter und blieben bis zuletzt gute Freunde. Willi Kovermann ging in seiner Ansprache während des Trauergottesdienstes vorrangig auf den Menschen Klaus Töpfer ein und weniger auf den berühmten Politiker. Gerne hätte er seinen alten Schulfreund beim anstehenden Klassentreffen in diesem Jahr noch einmal wieder gesehen. „Fast hätten wir es geschafft“, sagte Kovermann traurig. Sohn Lutz Töpfer dankte seinem Vater in einer emotionalen Ansprache im Namen aller Angehörigen für die „gute Zeit, die wir mit ihm verleben durften“ und er sagte weiterhin: „Unser Vater hat gezeigt, wie ein mittelloser Flüchtlingsjunge die Welt verändern kann und wie viel Kraft in der Mitmenschlichkeit liegt. Ein solches Leben ist stärker als der Tod. Wir tragen dieses Leben in die Welt und wünschen uns, dass sein Optimismus, seine Großherzigkeit, seine Umtriebigkeit und seine Menschlichkeit durch uns wirken.“ Nach dem Trauergottesdienst wurde der Sarg mit dem Verstorbenen in den Bestattungswagen eingeladen. Dem Wagen schlossen sich hunderte Menschen in einem Trauerzug an, darunter auch die Vize-Ministerpräsidentin von NRW, Mona Neubaur, der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende, Andreas Jung, der ehemalige Europaabgeordnete Elmar Brok, der Bundestagsabgeordnete Christian Haase, der Landtagsabgeordnete Matthias Goeken, Landrat Michael Stickeln sowie viele weitere Personen aus der heimischen Politik und Wirtschaft. Vorneweg lief eine große Abordnung der Schützengilde aus Höxter, wo Klaus Töpfer auch selbst Mitglied war. Der Trauerzug führte von der Marktstraße über die Westerbachstraße, kreuzte die Umgehungsstraße und endete vor der Kapelle auf dem Friedhof Am Wall in Höxter. Dazu wurde die Westerbachstraße und die große Kreuzung am Lütmarser Tor kurzzeitig durch die Polizei voll gesperrt. Seine letzte Ruhestätte fand Prof. Dr. Klaus Töpfer nun auf dem Friedhof in Höxter, wo die Menschen aus Höxter Abschied nahmen und ihm die letzte Ehre erwiesen. Seine Heimatstadt Höxter hat Klaus Töpfer sehr geliebt, wie er bei seiner letzten großen Rede in Höxter zum 1200-jährigen Jubiläum der Stadt Höxter noch einmal deutlich zum Ausdruck brachte.

Fotos: Thomas Kube