Holzminden. Einbeck und Höxter haben längst erkannt, dass sich Investitionen in touristische Großprojekte lohnen. Das Stadtbild beider Städte ist geprägt von einem vielfältigen Angebot an Einzelhandel und Gastronomie, das gerne von Bürgern und Touristen angenommen wird. Holzminden dagegen kämpft mit zunehmenden Leerstand. Das düstere Bild einer verödeten Innenstadt konnten wir im Corona-Lockdown erfahren. 

Mit Sensoria erhält Holzminden ein touristisches Angebot mit (mindestens) bundesweitem Alleinstellungsmerkmal. Durch seine Einzigartigkeit und dem besonderen Erlebnischarakter wird Sensoria eine Strahlkraft weit über die Stadt- und Landesgrenze hinaus entfalten. Holzminden erhält den dringend benötigten Impuls die (gefühlte) Abwärtsspirale zu drehen. Einzelhandel, Markt und Gastronomie werden unmittelbar von der Erhöhung der Besucherfrequenz und der verbesserten Aufenthaltsqualität profitieren. Die Belebung der Innenstadt wird die Investitionsbereitschaft von Geschäfts- und Gebäudeinhabern erhöhen und die Ansiedlung von Filialisten begünstigen. Die Folge: neben mehr Lebensqualität, steigende Gewerbeeinnahmen. Entscheidend ist deshalb nicht so sehr, ob Sensoria einen Gewinn abwirft oder nicht – entscheidend ist der Impuls für die Stadtentwicklung, der mit diesem Leuchtturmprojekt einhergeht! 

In Einbeck hat ein heimatverbundener Unternehmer 30 Mio. € in den PS-Speicher investiert. Nach dem Business- und Freizeithotel FREIGeist, hat sich ein Investor für ein zweites Hotel gefunden. In Höxter werden 11,7 Mio. € für die Landesgartenschau in 2023 ausgegeben. Unter beispielhafter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger wird die Höxter zur „Stadt an der Weser“ entwickelt und die Weserpromenade aufgewertet. 

Die für Sensoria veranschlagten 7 Mio. € erscheinen gegenüber diesen Investitionen in einem bescheideneren Licht. Herr Gerberding hat es in seinem Leserbrief vom 24.07.2021 auf den Punkt gebracht: der künftige Bürgermeister muss mit seinem Rat und der Verwaltung die Verantwortung übernehmen und Sensoria engagiert und mit Herzblut vorantreiben. 

Wir müssen Sensoria als Chance verstehen – als Chance, Urbanität in unsere beschauliche Stadt zu bringen. Als Chance, sich mit unserer einzigartigen Wirtschaftsgeschichte als weltweites Zentrum der Duft- und Geschmacksindustrie zu identifizieren und sie stolz nach außen zu präsentieren. Und letztlich als Chance, Einheimische und Touristen für unsere Region und ihre hohe Lebensqualität zu begeistern. Holzminden hat diese Chancen verdient. Nutzen wir sie. 

Dr. Jutta Klüber-Süßle 
Dr. Eberhard Süßle 
Holzminden

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