Holzminden (red). Rund 140 Gebäudereiniger arbeiten im Landkreis Holzminden. Sie sorgen in Büros, Schulen, Altenheimen und vielen weiteren Einrichtungen für Sauberkeit. Zum Tag der Gebäudereinigung am Montag, 15. Juni, fordert die IG BAU Niedersachsen-Süd für die Beschäftigten im Reinigungsgewerbe mehr Anerkennung und bessere Löhne.
„Doch bei ihnen ist längst nicht alles im Reinen: Oft fehlt es am Respekt für ihre Arbeit. Und immer hapert es am Geld: Wer schrubbt, saugt und den Müll der anderen wegräumt, hält zwar alles am Laufen, verdient aber meistens nur einen Niedriglohn. Spätestens mit der Rente droht dann Armut im Alter“, sagt Irina George von der IG BAU Niedersachsen-Süd. Die Gewerkschaft fordere deshalb einen „Respekt- und Lohn-Schub“ für die Arbeit im Reinigungsgewerbe. Es gehe um mehr Anerkennung und um ein gutes Auskommen – gegen Altersarmut, so George.
IG BAU warnt vor Altersarmut in der Gebäudereinigung
„Wer ein Leben lang dafür sorgt, dass die anderen ein ‚sauberes Leben‘ haben, der darf am Ende nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sein“, so George. Eine Gebäudereinigerin mit Vollzeit-Job müsse beim heute in der Branche üblichen Lohn rein rechnerisch über 70 Jahre lang arbeiten, um auf die Höhe der Durchschnittsrente zu kommen, erklärt die Vorsitzende der IG BAU Niedersachsen-Süd. „Reinigung und Rente – das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Armutszeugnis. Krasse Lohnunterschiede sind allerdings ein Risiko für den Zusammenhalt in der Gesellschaft – und Niedriglöhne damit sozialer Sprengstoff“, warnt Irina George.
Appell an Bundestagsabgeordnete und Reinigungsbetriebe
George appelliert an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus dem Landkreis Holzminden und der Region, bei der anstehenden Rentenreform gegenzusteuern. „Wer ein Berufsleben lang Flure wischt, Fenster putzt und Toiletten sauber hält, hat es verdient, im Alter von der Rente in Würde leben zu können“, fordert die Vorsitzende der IG BAU Niedersachsen-Süd.
Zudem müsse es bei der kommenden Tarifrunde für die Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk ein „kräftiges Lohn-Plus“ geben. „Darauf sollten sich die 10 Gebäudereinigungsunternehmen im Landkreis Holzminden schon einmal einstellen“, sagt Irina George. Bei den Zahlen zu Beschäftigten und Betrieben in der Gebäudereinigung beruft sich die IG BAU auf Angaben der Arbeitsagentur.
Foto: Industriegewerkschaft