Holzminden (awin). Für viele Menschen in Holzminden ist Symrise nicht irgendein DAX-Konzern. Das Unternehmen gehört zur Stadt, steht für Arbeitsplätze, wirtschaftliche Stärke und Verbindungen in Märkte auf der ganzen Welt. Wenn Symrise zur Hauptversammlung einlädt, geht es deshalb nicht nur um Dividenden, Abstimmungen und Kennzahlen. Es geht auch um die Frage, wie stabil ein Unternehmen bleibt, das von Holzminden aus international agiert.
Am 6. Mai kamen rund 350 Aktionärinnen und Aktionäre zur ordentlichen Hauptversammlung in der Stadthalle Holzminden zusammen. Vorstand und Aufsichtsrat blickten dort auf ein Geschäftsjahr zurück, das von schwacher Nachfrage in einzelnen Märkten, geopolitischen Unsicherheiten und regionalen Schwankungen geprägt war. Die Botschaft vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Jean-Yves Parisot war dennoch klar: Symrise sieht sich trotz Gegenwind gut aufgestellt.
2025 erzielte Symrise ein organisches Umsatzwachstum von 2,8 Prozent. Der Konzernumsatz lag bei 4.929 Millionen Euro. Besonders deutlich fiel die Entwicklung bei der Profitabilität aus: Mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 21,9 Prozent erreichte Symrise nach Unternehmensangaben den höchsten Wert seit zehn Jahren. Der bereinigte Business Free Cashflow lag bei 780 Millionen Euro.
„Ich danke unseren Aktionärinnen und Aktionären für den offenen Austausch und das Vertrauen in den von uns eingeschlagenen Kurs“, sagte Parisot. Symrise sei 2025 trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen organisch solide gewachsen und habe zugleich die höchste Profitabilität seit zehn Jahren erzielt.
Symrise sieht sich robuster aufgestellt
Der Vorstand machte deutlich, dass die Zahlen nicht isoliert betrachtet werden sollen. Symrise habe 2025 auch intern an Strukturen, Abläufen und Ausrichtung gearbeitet. Produktionsstandorte wurden gestärkt, zentrale Prozesse vereinheitlicht und digitale Werkzeuge ausgebaut. Auch Künstliche Intelligenz soll im Unternehmen eine größere Rolle spielen, unter anderem durch den globalen Daten- und KI-Hub in Barcelona.
Die laufende ONE-SYM-Transformation soll Kosten senken, Abläufe beschleunigen und Investitionen in künftiges Wachstum ermöglichen. Parisot beschrieb Symrise als ein Unternehmen, das heute stärker, klarer ausgerichtet und robuster aufgestellt sei. „Wir entwickeln unser Unternehmen konsequent weiter und richten unser Portfolio gezielt auf attraktive Wachstumsmärkte aus“, sagte der Vorstandsvorsitzende.
Für Holzminden bleibt dabei ein sichtbares Zeichen: Die Hauptversammlung findet weiterhin vor Ort statt. Auch im kommenden Jahr soll das Aktionärstreffen wieder in der Stadthalle Holzminden abgehalten werden.
Care & Wellness soll neuen Schub bringen
Ein Schwerpunkt der künftigen Entwicklung ist die neue Division Care & Wellness im Segment Scent & Care. Sie bündelt Bereiche rund um kosmetische Inhaltsstoffe, gesundheitsbezogene Wirkstoffe und Biotik. Symrise reagiert damit auf Trends, die viele Menschen aus ihrem Alltag kennen: Hautgesundheit, Wohlbefinden, natürliche Inhaltsstoffe sowie wissenschaftlich fundierte Gesundheits- und Wellnessprodukte.
Für 2026 erwartet das Unternehmen in dieser Division einen Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro. Care & Wellness soll damit zu einem wichtigen Wachstumstreiber werden. Auch die übrigen Geschäftsbereiche legten 2025 organisch zu: Taste, Nutrition & Health wuchs um 2,6 Prozent, Scent & Care um 3,2 Prozent. Regional war das Wachstum in Lateinamerika mit 6,6 Prozent besonders stark.
Aktionäre beschließen höhere Dividende
Für die Anteilseigner brachte die Hauptversammlung eine konkrete Entscheidung: Die Dividende steigt auf 1,25 Euro je Aktie. Es ist die 16. Dividenden-Erhöhung in Folge. Die Auszahlung erfolgt am 11. Mai 2026. Zudem hatte Symrise bereits ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 400 Millionen Euro angekündigt, das bis Oktober 2026 laufen soll.
In der Generaldebatte tauschten sich Aktionärinnen und Aktionäre mit Vorstand und Aufsichtsrat über die Geschäftsentwicklung und die weiteren Perspektiven aus. Dabei wurde vor allem der Kurs der Aktie kritisiert, die 27% in den letzten 12 Monaten verloren und aktuell einen Stückwert von 75,42 € hat. Anschließend stimmten sie allen Beschlussvorschlägen zu. Für die Unternehmensführung war das ein deutliches Zeichen des Vertrauens.
Neue Gesichter im Aufsichtsrat
Auch personell wurden Weichen gestellt. Die Hauptversammlung wählte Eva Kienle neu in den Aufsichtsrat. Sie soll ihre internationale Finanzexpertise in das Gremium einbringen. Auf Arbeitnehmerseite kommen Claus-Oliver Schmidt und Jens Wellmann hinzu. Beide waren bereits Anfang März 2026 gewählt worden.
Verabschiedet wurden Bernd Hirsch, Harald Feist und Jakob Ley. Ihnen wurde für ihr langjähriges Engagement und ihre Impulse gedankt. Erstmals nahm außerdem Michael Friede als neuer Vorstand für das Segment Scent & Care an der Hauptversammlung teil.
Prognose bleibt bestehen
Ganz ohne Gegenwind geht Symrise nicht in das laufende Jahr. Im ersten Quartal 2026 ging der organische Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozent zurück. Das Unternehmen verweist dabei unter anderem auf das schwache makroökonomische Umfeld und anspruchsvolle Vergleichswerte. An der Jahresprognose hält der Vorstand dennoch fest.
Für 2026 erwartet Symrise ein organisches Wachstum zwischen 2 und 4 Prozent, eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 21,5 und 22,5 Prozent sowie eine Business-Free-Cashflow-Marge von mehr als 14 Prozent. Parisot zeigte sich überzeugt, dass die eingeschlagene Strategie trägt. Symrise wolle seine Wettbewerbsfähigkeit stärken, die Marktposition ausbauen und langfristig Wert schaffen.
Zum Abschluss rückte Parisot die Mitarbeitenden in den Mittelpunkt, die die Hauptversammlung vorbereitet und begleitet hatten. Die Organisation einer solchen Veranstaltung sei nur mit großem Einsatz hinter den Kulissen möglich gewesen. Die nächste ordentliche Hauptversammlung soll am 12. Mai 2027 erneut in der Stadthalle Holzminden stattfinden.
Am Ende stand damit mehr als eine Bilanz aus Zahlen, Beschlüssen und Ausblicken. Für Holzminden bleibt Symrise ein Unternehmen, dessen Entwicklung weit über die Stadt hinausreicht – und das vor Ort dennoch genau beobachtet wird.
Foto: awin