Holzminden (zir). Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Holzminden haben am 17. März von 10 bis 14 Uhr zur Berufsmesse „Starke Berufe – starke Gesellschaft“ in die Stadthalle Holzminden eingeladen. Die Veranstaltung richtete sich gezielt an Arbeitslose, Menschen mit Interesse an einer Umschulung sowie an Quereinsteiger und stieß auf reges Interesse.
Landrat eröffnet Messe mit klarer Botschaft
Landrat Michael Schünemann eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort und betonte die Bedeutung der Messe als Orientierungsplattform. „Die Berufsmesse ist eine gute Chance, sich einen Überblick zu verschaffen“, erklärte er und hob hervor, dass sich das Angebot nicht nur an Ausbildungs- und Arbeitssuchende richte, sondern ebenso an Menschen, die sich beruflich neu orientieren oder weiterbilden möchten.
Zugleich unterstrich er die Relevanz von Ausbildung und praktischer Qualifikation. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und technologischen Veränderungen lohne sich eine solide Ausbildung weiterhin.
Mit Blick auf die Vielfalt der vertretenen Berufe verwies er auch auf die Möglichkeiten innerhalb der Kreisverwaltung. Dort gebe es unterschiedliche Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa als Fachinformatiker, Straßenanwärter, Notfallsanitäter oder Verwaltungsfachangestellter.
Zum Abschluss rief der Landrat die Besucher dazu auf, die Messe aktiv zu nutzen: „Kommen Sie ins Gespräch. Und nehmen Sie im besten Fall ein Stückchen Zukunft für sich mit.“
Breites Angebot und praktische Einblicke
Rund 24 Aussteller sowie vier Träger präsentierten vielfältige Informationsangebote. Der Schwerpunkt lag auf dem öffentlichen Dienst, Sozialpädagogik und Pflege. Vertreten waren unter anderem der Landkreis Holzminden, die Kreisvolkshochschule, die HAWK, die BBS, die Bundeswehr, die Polizei, der Kinderhort der Stadt Holzminden, das Regionale Gesundheitszentrum, die Diakonie, die Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft sowie ESTA.
Ein besonderer Fokus lag auf praxisnahen Einblicken: Besucher konnten beispielsweise einen Bus der RBB besichtigen oder Wiederbelebungsmaßnahmen an einer Puppe ausprobieren. Zusätzlich bot das Jobcenter eine VR-Brille an, mit der 360-Grad-Videos verschiedene Berufe erlebbar machten und einen realistischen Eindruck vom Arbeitsalltag vermittelten.
Berufliche Neuorientierung in jedem Alter
Die Veranstalter betonten, dass ein beruflicher Neustart in jeder Lebensphase möglich sei. „Egal ob man 25, 40 oder vielleicht 50 ist, Jobwechsel, Umschulungen, Quereinstieg sind auch dann noch möglich“, erklärten Gerhard Durchstecher (Agentur für Arbeit), Marie-Luise Niegel (Jobcenter), Simone Förster (Agentur für Arbeit), Wilma Schmidt (Jobcenter) und Konstatin Lenin (RBB).
Um möglichst viele Interessierte zu erreichen, wurden gezielt Schreiben an Arbeitslose versendet. Ergänzend informierten die Organisatoren über Social Media, Website und Presse.
Fachkräftebedarf im Fokus
Insbesondere im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs wurde der Bedarf an Fachkräften deutlich. Die RBB sucht fortlaufend Busfahrer. Voraussetzung für die Ausbildung sind ein Schulabschluss sowie die Führerscheinklasse B, Unterstützung wird unter anderem durch die Fahrschule Neumann angeboten. Landrat Michael Schünemann hob hervor, dass gut ausgebildete Busfahrer eine wichtige Rolle für die sichere Schülerbeförderung im Landkreis spielen.
Auch der städtische Kinderhort der Stadt Holzminden nutzte die Messe, um über seine Arbeit zu informieren. Die Betreuung von Grundschulkindern nach dem Unterricht ermögliche Eltern eine Ganztagsbeschäftigung. Gleichzeitig werde auch hier Personal gesucht.
Die Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft beriet zu Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Wiedereinstieg nach längerer Krankheit sowie Möglichkeiten des Quereinstiegs und der beruflichen Neuorientierung.
Fotos: zir