Kirchbrak (red). Mehr als 100 Besucherinnen und Besucher aus Kirchbrak, dem Weserbergland sowie eigens aus Hamburg und Frankfurt kamen zur Veranstaltung „AMCO – gestern, heute und morgen“ zusammen. Eingeladen hatte der Verein „Kirchbrak lebt Begegnung“. Die herzliche Begrüßung von Mitglied Christine Brennecke galt nicht nur den Gästen, sondern auch Ehrenbürgermeister Wilhelm Brennecke, der selbst als Architekt in Kirchbrak tätig war, Bürgermeister Jens Widdra, der eigens angereisten Eigentümerin des Geländes und den Nachkommen der früheren Firmeneigentümer.
Konzept für eine künftige Nutzung
Im Mittelpunkt stand der Vortrag der Architekturstudentin Tabea Bauer von der Leibniz Universität Hannover. Ausgangspunkt ihrer Arbeit war die Frage, wie das stillgelegte AMCO-Gelände künftig für möglichst viele Zielgruppen genutzt werden könnte. Grundlage waren zahlreiche Ideen aus einer Bürgerbefragung.
Entstanden ist ein Konzept, das bestehende Gebäude erhält, neue Schwerpunkte setzt und Raum für ländliche Utopien, studentisches Wohnen, Parkanlagen, Tourismus und die Einbindung der umliegenden Natur schafft. Auch eine Zusammenarbeit mit der HAWK Holzminden und dem Bereich Holztechnik wurde aufgezeigt.
Erinnerungen an die AMCO-Geschichte
Besonderes Interesse galt den großformatigen Entwürfen sowie einem detailreichen 3D-Modell. Ergänzt wurde der Abend durch ein Interview von Wolfgang Brennecke mit dem langjährigen AMCO-Mitarbeiter Herrn Scholz. Er erinnerte an die Blütezeit des Unternehmens mit rund 400 Beschäftigten, Werksfeuerwehr und Blaskapelle.
Die Firma August Müller & Co. prägte Kirchbrak über Generationen und galt in den 1950er Jahren als einer der bedeutendsten Tischhersteller Europas. Das denkmalgeschützte Fabrikgebäude wurde circa 1920 nach Plänen von Walter Gropius und Ernst Neufert entworfen.
Austausch über Industrieflächen
Beim anschließenden Austausch wurde deutlich, wie groß die Ortsverbundenheit und das Interesse an der Entwicklung leerstehender Industrieflächen bei allen Generationen ist. Das Leitmotiv „gestern, heute und morgen“ wurde an diesem Abend sichtbar unterstrichen.


Fotos: „Kirchbrak lebt Begegnung“