Stadtoldendorf (red). Wer hätte gedacht, dass Rapunzel und Dornröschen in ihren Turmgemächern Nachbarinnen waren? Oder dass Rotkäppchen dem gestiefelten Kater begegnet? In Stadtoldendorf wurde genau dieses Gedankenspiel Realität. Im Rahmen seiner 40-Jahr-Feier hatte der Musik- und Kulturverein Stadtoldendorf das Zimmertheater Höxter engagiert.
In der Aula der Hagentorschule präsentierten Stefan Marx und Simon Hillebrand ihr Programm „Es war zweimal…“ und nahmen das Publikum vor restlos ausverkauftem Haus mit auf eine ungewöhnliche Reise durch die Welt der Brüder Grimm. Bekannte Figuren und Geschichten wurden neu miteinander verwoben – von Sterntaler über Schneeweißchen und Rosenrot bis hin zum Wolf und den sieben Geißlein. Mit schrillen Tönen, schlagfertigem Wortwitz und einer Prise Absurdität entstand ein humorvoller Märchenmix, in dem senile Großmütter, zickige Prinzessinnen und aufdringliche Froschkönige für zahlreiche Lacher sorgten.
Große Wirkung mit wenigen Mitteln
Beeindruckend war die Reduktion auf das Wesentliche. Ohne aufwendige Kulissen oder Kostüme setzten Marx und Hillebrand allein auf Gestik, Mimik und darstellerisches Talent. So ließen sie die Fantasiefiguren lebendig werden und schufen eine durchgehend heitere und ausgelassene Stimmung bis zum letzten Applaus.
Der Abend zeigte, dass Märchen nicht nur für Kinder gedacht sind. Neu erzählt und augenzwinkernd interpretiert, entfalten sie auch für Erwachsene ihren Reiz.
Als besondere Zugabe gratulierten Stefan Marx und Simon Hillebrand dem Musik- und Kulturverein zum 40-jährigen Bestehen, wünschten weiterhin viel Erfolg in der kulturellen Arbeit und kündigten an, gerne wiederzukommen. Ob und wann es ein Wiedersehen geben wird, darüber denkt der Verein nach.


Fotos: MKV