Landkreis Holzminden (zir). Der großflächige Stromausfall im Süden Berlins Anfang Januar 2026 hat auch außerhalb der Hauptstadt für Aufmerksamkeit gesorgt. Nach einem Brand an einer Kabelbrücke über dem Teltowkanal im Berliner Stadtteil Lichterfelde waren zeitweise rund 45.000 Haushalte sowie mehr als 2.200 Gewerbebetriebe ohne Strom. Die Ermittlungsbehörden gehen von einem politisch motivierten Anschlag aus. Ein Bekennerschreiben der linksextremen Gruppierung „Vulkangruppe“ wird von Polizei und Staatsschutz als glaubhaft eingestuft, die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen schwerer Sabotage.
Vor diesem Hintergrund stellte sich auch im Landkreis Holzminden die Frage, ob ein vergleichbarer Vorfall möglich wäre. Auf Anfrage der Redaktion erklärte die Westfalen Weser Energie GmbH & Co. KG, dass ein Angriff auf die Energieversorgung stets auch die Sicherheit und das tägliche Leben der Menschen betrifft. In solchen Fällen liegt der Schwerpunkt immer auf der schnellstmöglichen Wiederherstellung der technischen Infrastruktur.
Nach Angaben von Westfalen Weser Netz ist das Stromnetz nach der in Deutschland geltenden n-1-Regel aufgebaut. Das bedeutet, dass für wichtige Betriebsmittel wie Leitungen und Transformatoren jeweils mindestens eine Ausweichmöglichkeit vorhanden ist, um bei einem Ausfall eine Wiederversorgung sicherzustellen. Zudem ist das Netz überwiegend durch Hochspannungs-Freileitungen geprägt, die als weniger anfällig für Sabotage gelten. Aufgrund der geringeren Bevölkerungsdichte im Netzgebiet wäre das potenzielle Ausmaß eines solchen Ereignisses zudem begrenzter als in einer Großstadt.
Die technischen Anlagen werden durch verschiedene Schutzmaßnahmen gesichert, darunter Zutrittsbeschränkungen und die dauerhafte Überwachung zentraler Netzknoten. Darüber hinaus wird das Netz regelmäßig kontrolliert und modernisiert, um technische Störungen möglichst frühzeitig zu erkennen. Wie schnell eine Stromversorgung im Einzelfall wiederhergestellt werden kann, lasse sich jedoch nicht pauschal sagen, da dies vom Ort und vom Umfang des Schadens abhänge.
Die Leitstelle von Westfalen Weser überwacht das Netz rund um die Uhr. Netzumschaltungen können teilweise auch aus der Ferne vorgenommen werden. Zusätzlich stehen im gesamten Netzgebiet 14 Betriebsstellen mit mehr als 300 Mitarbeitenden zur Verfügung, um im Störungsfall zeitnah reagieren zu können.
Unabhängig von der technischen Absicherung verweist Westfalen Weser auf die Bedeutung der persönlichen Vorsorge. Empfehlungen dazu gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Stromausfall/stromausfall_node.html
Auch die Stadt Holzminden informiert auf ihrer Internetseite darüber, wie sich Bürgerinnen und Bürger bei einem Stromausfall verhalten sollten: https://www.holzminden.de/portal/seiten/was-tun-wenn-der-strom-ausfaellt--900000508-25610.html