Bodenwerder (red). Wer den sagenhaften Köterberg erkunden, mehr über das Handwerk in Hohnsen erfahren oder der Haushälterin des Lügenbarons begegnen möchte, nimmt an einer Landsommer-Führung der Gästeführungen Weserbergland teil. Vom Frühjahr bis zum Spätherbst zeigen ausgebildete Gästeführerinnen und Gästeführer Gästen die Besonderheiten ihrer Heimat abseits klassischer Touristenpfade. Wanderungen, Radtouren oder Kostümführungen gehören ebenso zum Angebot wie individuell gestaltete Bustouren.
Vom Wiedereinstieg zum etablierten Angebot
Bereits 1991 führte die Ländliche Erwachsenenbildung den ersten Ausbildungskurs für Gästeführerinnen durch. Ziel war es damals, Frauen nach einer Familienpause den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Zwar schlossen den Kurs 15 Gästeführerinnen erfolgreich ab, doch fehlten zunächst Aufträge. Eine der Absolventinnen, Doris Müller, begann daraufhin, die Arbeitsgemeinschaft der Gästeführungen Weserbergland aufzubauen und das Angebot aktiv zu vermarkten.
Durch Besuche bei Touristinformationen, Hotels und Busunternehmen entwickelte sich die Gästeführung zu einer gefragten Dienstleistung. Heute ist die Arbeitsgemeinschaft unter anderem durch die Landsommer-Broschüre bekannt, ihre Hauptaufgabe liegt jedoch in der professionellen Begleitung von Reisegruppen per Bus, Rad oder zu Fuß.
Individuelle Touren statt Standardprogramme
Busunternehmen aus ganz Deutschland greifen auf die qualifizierten Gästeführerinnen und Gästeführer zurück. Angeboten werden ein- oder mehrtägige Touren, mit oder ohne Museumsbesuche. Das Hauptzielgebiet erstreckt sich zwischen Höxter und Minden, darüber hinaus werden unter anderem Hann. Münden, das Lipperland oder das Steinhuder Meer angefahren. Standardisierte Rundfahrten gibt es nicht, jede Tour wird individuell auf die Wünsche der Gäste abgestimmt.
Auch Radfahrerinnen und Radfahrer werden auf Wunsch auf dem Weser-Radweg begleitet. Neben guter Kondition ist hierfür spezielles Wissen erforderlich, etwa um bei kleineren Pannen helfen zu können.
Ausbildung startet im Februar
An die Arbeit als Gästeführerin oder Gästeführer werden hohe Anforderungen gestellt: Flexibilität, Organisationstalent, Sprachgewandtheit, Kontaktfreude und fundierte Kenntnisse über das Weserbergland sind gefragt. Dieses Wissen wird in einem neuen Ausbildungskurs vermittelt, der im Februar beginnt und bis Ende August rund 120 Unterrichtsstunden umfasst.
Der Kurs findet teilweise in digitalen Formaten, teilweise in Präsenz statt. Unterrichtsfächer sind unter anderem Geschichte, Baustilkunde, Geologie, Forstwirtschaft und Archäologie. Ergänzt wird das Angebot durch Exkursionen, die an Samstagen stattfinden.
Informationsveranstaltung im Januar
Alle Interessierten sind eingeladen, sich am Montag, 26. Januar 2026, um 18 Uhr bei einer Informationsveranstaltung im Münchhausenmuseum in Bodenwerder über die Ausbildung zu informieren. Vorab gibt es Informationen telefonisch bei Gabriele Lingen unter 05152 1294. Weitere Hinweise zu Führungen sind online unter www.gaestefuehrungen-weserbergland.de zu finden.
Foto: Gästeführungen Weserbergland