Niedersachsen/Würgassen (red). Das niedersächsische Umweltministerium zweifelt nach Auskunft des Landtagsabgeordneten Uwe Schünemann die Notwendigkeit eines Bereitstellungslagers für den Betrieb des Endlagers Konrad an. Ein Gutachten solle diese Erkenntnis bekräftigen. „Das ist ein riesen Erfolg für unsere Region“, davon ist der CDU Politiker überzeugt. Es habe viel Überredungskraft gekostet, alle davon zu überzeugen, ein zusätzliches Zwischenlager grundsätzlich infrage zu stellen. „Umso enttäuschter bin ich, dass die neue Bundesregierung ein Bereitstellungslager sogar beschleunigt – wörtlich 'zügig' bauen möchte." 

Diese falsche Festlegung kann auch durch die Nebelkerzen der Grünen-Politiker Helge Limburg und Christian Meyer nicht verschleiert werden. Es gehe ausdrücklich in dem von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen geplanten Gutachten nicht um die Untersuchung eines Standortes. Es sei völlig richtig, dass Würgassen gar nicht bei den Kriterien genannt werden soll. Deshalb sollte sich die heimische Politik geschlossen dafür einsetzen, dass sämtliche Planungen im Zusammenhang mit dem „Logistikzentrum“ gestoppt werden. „Bis zum Vorliegen des Ergebnisses der wissenschaftlichen Analyse sind weitere Ausgaben Steuerverschwendung“, so Uwe Schünemann. Noch vor der Bundestagswahl habe die Grüne-Landtagsfraktion die Notwendigkeit der Investition infrage gestellt. Es reiche nicht aus, grüne Fahnen vor dem stillgelegten Kernkraftwerk in Würgassen zu schwenken. Jetzt zählten Taten! „Wie können Helge Limburg und Christian Meyer dem zügigen Bau eines Logistikzentrums im Koalitionsvertrag zustimmen und gleichzeitig ernsthaft ein Gutachten mittragen, dass genau das Gegenteil zum Ziel hat“, wundert sich Uwe Schünemann über die zweifelhafte Doppelstrategie der Grünen vor Ort. 

Vor diesem Hintergrund seien Zweifel angebracht, ob ein von Wissenschaftlern begründeter Verzicht überhaupt akzeptiert werde. „Eine entsprechende Klarstellung ist jetzt notwendig“, so Uwe Schünemann. Erste Berechnungen des niedersächsischen Umweltministeriums hätten die naheliegende Vermutung bestätigt, dass eine zusätzliche Station zu längeren Transportwegen und dadurch zu einer höheren Gefährdung führen würden. Nach diesen Erkenntnissen sollten alle Kräfte gebündelt werden, um den Bau eines Bereitstellungslagers zu verhindern. „Hier ist Solidarität aller politischen Parteien gefordert“, so Uwe Schünemann abschließend.