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Dienstag, 10. April 2018 18:12 Uhr

Ein Dorf will seine Dorfkneipe retten - und wirbt um Unterstützer Ein Dorf will seine Dorfkneipe retten - und wirbt um Unterstützer

Das Gasthaus „Zum Kammerkrug“ in Lenne steht leer. Eine Initiative möchte das Gebäude renovieren und wieder Leben einkehren lassen. Foto: rus

Lenne (rus). Das Lenner Gasthaus „Zum Kammerkrug“ war viele Jahrzehnte eine feste Institution im beschaulichen Lenne. Aus gesundheitlichen Gründen des Betreibers musste die Kneipe jedoch vor geraumer Zeit geschlossen werden, die Weser-Ith News berichteten, Anfang 2018 erlag Kneipier Karl Krückeberg, der über 50 Jahre den Kammerkrug betrieben hatte, schließlich einer schweren Krankheit. Einen Nachfolger gibt es nicht. Nach einer stillen Zeit der Trauer will man nun in Lenne allerdings wieder den Blick nach vorne richten und die einzige Dorfkneipe erhalten.

100.000 Euro müssen bis Ende April zusammen kommen

Eine Interessengemeinschaft, bestehend aus Lenner Bürgern, hat sich eigens zu diesem Zweck gefunden und wirbt derzeit für die Gründung einer neuen Genossenschaft, um die Dorfgaststätte dem Ort Lenne als „Mittelpunkt des Dorflebens“ zu erhalten. Diese soll gegründet werden, um die Gaststätte zum einen zu erhalten und zum anderen renovieren zu können. Wenn es ihnen gelingt, bis Ende April eine Summe von 100.000 Euro zu sammeln, soll es mit dem Kammerkrug in Lenne weitergehen. „Wir wollen die Kneipe erhalten und an einen Pächter vergeben“, sagt Ralf Schaper aus Lenne, einer der Unterstützer der noch losen Interessengemeinschaft, aus der später einmal die Genossenschaft mit hoffentlich vielen Anteilseignern und einem neu gewählten Vorstand entstehen soll.

Die ersten Interessensbekundungen liegen vor

Erste Gespräche mit vielen Interessenten hat es unlängst gegeben, auch zwei Informationsveranstaltungen, mit den Vereinsvorsitzenden und den Lenner Bürgerinnen und Bürgern fanden bereits statt. Allein hier waren rund 60 Interessierte anwesend, mehr als die Hälfte von ihnen hat sogar ernsthaftes Interesse signalisiert. „Es haben 31 Personen Interesse bekundet, dabei zu sein“, freut sich Ralf Schaper über das Feedback aus dem Dorf. Ein Flyer wurde erstellt und allen Einwohnern von Lenne zur Verfügung gestellt, damit sich wirklich jeder beteiligen kann. Eingeschränkt nur auf den Ort Lenne ist die Aktion aber nicht, auch weitere Personen können Anteilseigner der Genossenschaft werden und unterstützen.

Für 250 Euro können Anteile erworben werden

Nun geht es darum, bis Ende April möglichst viele Unterstützer zu finden, die sich der bei Erfolg dann noch zu gründenden Genossenschaft anschließen. Für einen Betrag von 250 Euro erwirbt der Interessent einen Anteil an der Genossenschaft, es können aber auch mehrere Anteile sein. „Der zu erwartende Investitionsbedarf beläuft sich auf ca. 100.000 Euro“, so die Interessengemeinschaft. Damit gibt es zumindest rein rechnerisch 400 Anteile zu vergeben. „Mindestens diese Summe muss auch zusammen kommen, damit das Projekt anlaufen kann“. Finanziert werden sollen damit notwenige Umbauten und Reparaturen, auch müssen Kneipe, der Saal und beispielsweise auch die sanitären Anlagen saniert und renoviert werden. „Es sind umfangreiche Maßnahmen vorgesehen, in den letzten 30 Jahren ist hier nicht viel passiert“, so Schaper. Die Genossenschaft will die Gaststätte anschließend verpachten, einen ersten potenziellen Pächter gebe es auch bereits. Dieser habe zumindest generell Bereitschaft signalisiert, einsteigen zu wollen.

Wer einsteigen möchte, hat nicht mehr viel Zeit

Noch bis zum 30. April 2018 werden die Zusagen durch die Interessengemeinschaft gesammelt. „Der Termin ist unbedingt einzuhalten, da es nach einer negativen Auswertung der zu erwartenden Anteilszeichnungen keinen neuen Anlauf der Interessengemeinschaft gibt, diesen Mittelpunkt unseres Dorflebens zu erhalten“, machen die Initiatoren deutlich. Sollten also bis Ende April keine 100.000 Euro Kapital in Form von Genossenschaftsanteilen zusammen kommen, bleibt die Zukunft des Kammerkrugs in Lenne ungewiss.

Foto: rus

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